Die SPD Vulkaneifel hat sich bei ihrem Parteitag in Steffeln am 8. November mit der Zukunft des ÖPNV im Landkreis auseinandergesetzt. Die 50 Delegierten aus dem ganzen Kreisgebiet begrüßten dabei grundsätzlich die bereits begonnene Neuordnung des ÖPNV in der Region im Rahmen des ÖPNV-Konzepts Rheinland-Pfalz Nord, die im Landkreis am 9. Dezember 2018 mit dem Linienbündel östliche Vulkaneifel gestartet ist. In zwei Anträgen wurden Ergänzungsvorschläge zu dem Konzept beschlossen, sowie die Reaktivierung der Eifelquerbahn gefordert. „Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sind zentral für die Lebensqualität in der Vulkaneifel, sie ermöglichen Teilhabe für alle und sind von enormer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort“, so Jens Jenssen, der beim Parteitag in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt wurde. Mit den Anträgen verfolge die SPD das Ziel, die Attraktivität des ÖPNV-Angebots weiter zu erhöhen.

„Der ÖPNV steht in ländlichen Regionen vor besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen. Umso mehr muss sich die Politik vor Ort dafür einsetzen, dass ein attraktives Angebot besteht und dieses von den Bürgerinnen und Bürgern gerne genutzt wird. Mit unseren Vorschlägen liefern wir einige konkrete und realisierbare Ideen, wie dies auch weiterhin sichergestellt werden kann. Diese Ideen werden wir in die kommunalen Gremien tragen und uns für ihre zeitnahe Umsetzung einsetzen“, kommentiert Kai Tombers als Verfasser des Antrags zur Zukunft des ÖPNV. Der SPD-Beschluss sieht beispielsweise vor, die Einführung eines 365-Euro-Tickets im Landkreis zu prüfen und so das Tarifmodel attraktiver zu gestalten, das bisher 1.494 Euro für ein Jahresticket auf der Strecke Gerolstein – Daun vorsieht. Zudem soll das bisherige ÖPNV-Konzept evaluiert, ausgebaut und deutlich umfassender zu beworben werden. Zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebots ist eine tiefgreifende Bedarfsanalyse für den Nahverkehr vorgesehen.

Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt, die für den Antrag zur Reaktivierung der Eifelquerbahn verantwortlich zeichnet, fügt hinzu: „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über klimafreundliche Mobilität stellt der Bahnverkehr eine gute Ergänzung zum Individualverkehr dar. Eine Reaktivierung der Eifelquerbahn würde dazu beitragen, den ÖPNV in der Vulkaneifel zukunftsfest zu machen. In Kombination mit dem vom Parteitag beschlossenen Vorschlägen zur Weiterentwicklung des bestehenden Mobilitätskonzepts würde die Bahnstrecke eine attraktive und klimaneutralere Verkehrsinfrastruktur in der Vulkaneifel sichern.“ Im März 2019 hatte der Kreistag bei Gegenstimmen der SPD-Fraktion beschlossen, die Strecke der Eifelquerbahn nach einem Entwidmungsverfahren zu kaufen und in einen Radweg umzubauen. Diesem Vorhaben stellt sich die SPD mit dem Parteitagsbeschluss erneut entgegen.