Positionen, Ziele und Forderungen der Gerolsteiner SPD für eine nachhaltige Regionalentwicklung in Gerolsteiner Land durch die UNESCO – Geopark – Agenda 2030

UNESCO – Geopark Vulkaneifel

Zusammenhänge:

Der  Natur-und  Geopark Vulkaneifel  hat im Jahre 2015 zusammen mit fünf weiteren Regionen Deutschlands die internationale Anerkennung als UNESCO Global  Geopark erhalten. Das sind Gebiete mit geologischen Stätten und Landschaften von internationaler geowissenschaftlicher  Bedeutung und einem hohen Qualitätsanspruch in der Regionalentwicklung.    Diese besondere Anerkennung als beispielgebende Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung  bietet unter besonderer Beachtung der UNESCO-Zielsetzungen für unsere Vulkaneifel  vielfältige Chancen und regionale Entwicklungspotentiale  in Zusammenarbeit mit den Verbandsgemeinden und allen dazugehörigen Gemeinden. Im Jahre 2016  wurde für diese zukünftige  Arbeit im UNESCO-Geopark ein Strategiepapier  entwickelt.

Zielsetzungen und Strategien
(inhaltlich teilweise übernommen aus: Deutsche UNESCO-Kommission, Bonn 2017 )

  • UNESCO –  Geoparks  sollen wichtige Beiträge zu den Zielen der UNESCO und den Vereinten Nationen – zur internationalen Verständigung, Frieden und nachhaltiger Entwicklung leisten.
  • Sie machen geologisches und landschaftliches Erbe nicht nur erlebbar, sondern nutzen es auch für Prozesse zugunsten nachhaltiger Entwicklung der Region
  • Sie entwickeln gemeinsam  mit allen Akteuren vor  Ort, den politischen Entscheidungsträgeren, der Wirtschaft und den Umweltverbänden sowie mit allen Bürgerinnen und Bürgern ein ganzheitliches Konzept zur regionalen Entwicklung  unserer Landschaft und für einen nachhaltigen Tourismus.
  • Durch Bildungsarbeit, die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen sollen lokal relevante Fragen zur Gestaltung von nachhaltigen Zukunftsoptionen behandelt werden.
  • Sie informieren alle Besucher über das natürliche und kulturelle Erbe der Region und schaffen Bewusstsein für größere Zusammenhänge und Prozesse.
  • Sie unterstützen problemorientierte Forschung und arbeiten mit Hochschulen, Forschungsinstituten, Museen und UNECO-Projektschulen zusammen.
  • Neben regionalen Fragestellungen bearbeiten sie auch globale gesellschaftliche Herausforderungen, wie die Endlichkeit von Ressourcen und den Klimawandel, und sie ermöglichen eine umfassende Auseinandersetzung mit Fragen  einer nachhaltigen Zukunft.
  • Die Behandlung der Themen wie Landschaft als Erbe, Heimat und globale Kooperation, Erneuerbare Energien, Gewässer und Wasserqualität, Geologische Erscheinungsformen, Bodenfunktionen , Landwirtschaft  und Ernährung, Rohstoffsicherung,  Rohstoffgewinnung  und Landschaftsschutz, Nachhaltiger Tourismus , Nachhaltige Infrastruktur , Nachhaltige Nutzung von Ökosystemen, Klimaschutz, Gesundheit  u.v.m. sind  für  Bildung, Moderation, Forschung und Kommunikation wichtige Herausforderungen  bei der Umsetzung der AGENDA unseres  UNESCO – Geoparks.

In der kommunalpolitischen Arbeit ist abzuklären, wie die angesprochenen Zielsetzungen durch geeignete Projekte kurzfristig und mittelfristig  umgesetzt werden können. Dazu wurden  in den letzten Jahren  durch die Verantwortlichen etliche Veranstaltungen und Projekte initiiert und durchgeführt. Eine räumliche Verankerung der vorliegenden Konzeption in unserer Region  durch  ein multifunktionales Begegnungszentrum  soll und muss zur Umsetzung der anspruchsvollen Zielsetzungen der vorliegenden Agenda ebenso bald realisiert werden.

Diese Zentrum  soll mit seinen vielfältigen Einrichtungen ein  Ort der Begegnung für Bildung, Wissenschaft, Kultur,  Tourismus und regionaler Wirtschaft sein und über Räumlichkeiten für verschiedene Veranstaltungen, Seminare , Ausstellungen, Besucherzentrum , touristische Angebote, Tagungen  und Events  zu  den regionalen und lokalen Themen  bieten und zur Wertschöpfung in der Region beitragen.

Themen der Geologie und Mineralogie, der Paläontologie, der erdgeschichtlichen Grundlagen, der Geomorphologie,  der Ökologie, der Wirtschaft, unsere  naturnahe  Kulturlandschaft und vor allem  das Thema „Wasser“– in allen seinen Bezügen-  bieten für eine Auseinandersetzung  mit der Vergangenheit, mit den Problemfeldern der Gegenwart und einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung  ansprechende Grundlagen.

Die Gerolsteiner SPD hat in verschiedenen Stellungnahmen hierzu  den Bau eines   UNESCO-GEOPARK-ZENTRUMS in Gerolstein als einen wichtigen Baustein  in der Umsetzung der Ziele der Geopark-Agenda vorgeschlagen.

Für diese  zentrale Einrichtung ist nach Auffassung der Gerolsteiner SPD  das Mittelzentrum Gerolstein mit seinen vielfältigen Vorzügen der am besten geeignete Standort in der Vulkaneifel.

Dafür sprechen auch folgende Faktoren                                                                 

  • landschaftlich  herausragende Lage  der Stadt in einer geologisch  beeindruckenden Umgebung, mit vielfältigen Erscheinungsformen aus unterschiedlichen Erdzeitaltern                                                                                
  • gute Verkehrslage an der Bahnstrecke Trier-Köln mit dem regionalen Verkehrsknotenpunkt im Bahnhofsbereich Gerolstein
  • Gerolstein als Schulzentrum  mit einem umfassenden Bildungsangebot  und Sitz verschiedener Behörden , öffentlichen Einrichtungen und Betrieben mit zahlreichen Arbeitsplätzen
  • Gerolstein als Einkaufsstadt mit relativ hoher Zentralität
  • Gerolstein als Stadt mit verschiedenen  Museen  zu naturkundlichen und kulturellen Bezügen
  • Mit dem Brunnengelände könnte  bald  in zentraler Lage eine besonders gut geeignete Fläche für das Geozentrum als Standort zur  Verfügung stehen. Aber auch
    andere Flächen könnten geeignete Standorte für dieses Zentrum sein.
  • Als Brunnenstadt ist Gerolstein durch den Gerolsteiner Brunnen weltbekannt und unser Raum kann auch mit einer weiteren Unterstützung durch das Unternehmen  rechnen, wenn  eine gemeinsame Interessenlage vorliegt.
  • Über das Thema  Mineralwasser im  Zusammenhang mit den geologischen Grundlagen erschließen sich zahlreiche weitere  wissenschaftliche Aspekte , die  vor allem auch in Gerolstein eine wissenschaftliche Basis und Verankerung haben sollten.
  • In welcher anderen Stadt – wenn nicht in Gerolstein – sollte das Thema Wasser sonst  eine größere Rolle spielen?
  • Das Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz ist durch die Interessen  des Gerolsteiner Brunnen in der Region bereits tief verankert.
  • Das wissenschaftliche Interesse an Gerolstein  durch zahlreiche Kontakte zu Hochschulen und weiteren Institutionen ist wegen der  Wertigkeit  des  Naturpotentials unserer Region bereits vielfältig ausgeprägt.

Zur Realisierung des UNESCO-Geopark-Zentrums in Gerolstein  sind zunächst folgende Aspekte zu beachten:

Die kommunalpolitischen Akteure  aus dem Gerolsteiner Bereich sollten sich für dieses Projekt  mit Nachdruck aussprechen und  in der Vulkaneifel-Region im Einvernehmen mit allen Beteiligten den Standort in Gerolstein begrüßen. Mit der Stadt Gerolstein und dem Gerolsteiner Brunnen ist zunächst Klarheit über einen möglichen Standort auf dem Brunnengelände herbeizuführen. Im kommunalpolitischen Bereich sollten entsprechende Anträge in der Stadt und in der VG Gerolstein die besondere Aufmerksamkeit auf dieses Zukunftsprojekt konzentrieren.

(Positionspapier wurde erstellt  durch Georg Linnerth)