Bei einer öffentlichen Veranstaltung der SPD Vulkaneifel hat Peter Felten von der NABU-Gruppe Daun am 14. Mai den aktuellen Planungsstand zum Gesteinsabbau im Kreis vorgestellt. Einen Tag zuvor hatte der Kreisausschuss in seiner letzten Sitzung vor der Kommunalwahl einen Beschluss zum Thema gefasst, der kontrovers diskutiert wurde.

„Der aktuelle Streit um Zahlen und darum, auf wie vielen Hektar jetzt Gestein abgebaut werden darf, trägt nicht zu einer sachlichen Diskussion bei“, stellt Peter Felten gleich zu Beginn seines Vortrags klar. Während eine Abbaufläche von 7 Hektar an der einen Stelle dazu führen könne, dass ein ganzer Vulkankegel verschwinde, sei der Abbau von 20 oder 30 Hektar an anderer Stelle quasi nicht wahrnehmbar. Die Veranstaltung sollte daher die Grundlage für eine sachliche Diskussion in der aktuellen Situation legen.

Mit dem Beschluss schließt sich der Kreis in weiten Teilen einem Gutachten des Saarbrücker Fachbüros agl an, das nach Abwägung von Faktoren wie Landschafts-, Natur- und Gewässerschutz eine Empfehlung für die weitere Nutzung möglicher Abbauflächen abgegeben hatte. Das Gutachten sieht gegenüber den ursprünglichen Vorschlägen des Landesamtes für Geologie und Bergbau (LGB) für den kommenden Raumordnungsplan eine deutliche Reduzierung so genannter Vorrang- oder Vorbehaltsflächen vor. Zudem fordert der Kreis, das Gebiet in dem die nachträgliche Ausweisung von Abbauflächen nicht möglich ist, auf den gesamten Kreis auszudehnen. „Sollte dieser Beschluss in der Planungsgemeinschaft angenommen werden, wäre das für den Natur- und Landschaftsschutz ein großer Schritt nach vorn“, ist Peter Felten überzeugt.

Der Beschluss des Kreisausschusses hat keine bindende Wirkung. Über die Ausweisung der Abbauflächen entscheidet die Planungsgemeinschaft Region Trier, der Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen aller Kreistage im früheren Regierungsbezirk Trier angehören. „Gerade für die Entscheidung in der Planungsgemeinschaft ist es wichtig, dass wir in der Vulkaneifel einen fraktionsübergreifenden Konsens finden, um dort alle mit ins Boot zu holen“, betont Jens Jenssen, Kreisvorsitzender der SPD. „Nur so können wir unser gemeinsames Ziel erreichen, dass vom zukünftigen Gesteinsabbau keine Vulkankegel und keine Naturdenkmäler betroffen sind, keine neue Gruben eröffnet und kleine Gruben geschlossen werden.“